- 28. September 2026
Mit der richtigen Einstellung sparsamer heizen
Viele Heizungen verbrauchen mehr Energie als nötig. Eine kostenlose Beratung unterstützt Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer dabei, ihre Heizung selbst zu optimieren und die Heizkosten zu senken.
Die Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen (KEAN) hat mit „Ich optimiere meine Heizung selbst!“ ein neues, kostenfreies Angebot ins Leben gerufen. Eine qualifizierte Energieberaterin oder ein qualifizierter Energieberater kommt für etwa eine Stunde ins Haus und überprüft gemeinsam mit den Eigentümerinnen und Eigentümern die Einstellungen der Heizungsanlage.
Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie warm das Heizungswasser tatsächlich sein muss, damit alle Räume angenehm beheizt werden. Häufig stellt die Anlage mehr Wärme bereit als nötig – im Alltag fällt das kaum auf, weil die Thermostate die Raumtemperatur begrenzen. Für den Heizkessel oder die Wärmepumpe bedeutet es jedoch unnötige Arbeit und für die Bewohnerinnen und Bewohner einen höheren Energieverbrauch.
Die Beratung vermittelt das Wissen, mit dem die Heizung künftig selbst angepasst werden kann. Ein wichtiger Ansatzpunkt ist dabei die sogenannte Heizkurve.
Was die Heizkurve regelt
Die Heizkurve sorgt dafür, dass die Heizung auf das Wetter reagiert. Ein Fühler misst die Außentemperatur: Je kälter es draußen ist, desto stärker erwärmt die Heizung das Wasser, das durch die Heizkörper oder die Fußbodenheizung fließt. Wird es draußen milder, senkt die Regelung die Heizungswassertemperatur wieder ab.
Wie stark die Heizung auf einen Wetterwechsel reagiert, lässt sich einstellen. Werden die Räume auch an milden Tagen zu warm, ist die Einstellung wahrscheinlich insgesamt zu hoch. Bleibt es nur bei niedrigen Außentemperaturen zu kühl, muss die Heizung etwas mehr Wärme bereitstellen. Die entsprechenden Einstellungen heißen je nach Gerät beispielsweise „Neigung“, „Niveau“ oder „Heizkennlinie“.
Ziel ist es, die Heizungswassertemperatur so niedrig wie möglich einzustellen, ohne dass es im Haus zu kühl wird. Je stärker das Wasser erwärmt wird, desto mehr Energie benötigt die Heizung. Besonders wichtig ist eine niedrige Temperatur bei Wärmepumpen: Sie arbeiten umso sparsamer, je weniger stark sie das Heizungswasser erwärmen müssen.
In kleinen Schritten zum passenden Wert
Die optimale Einstellung ist kein allgemeingültiger Zahlenwert. Sie hängt unter anderem vom Dämmstandard, der Größe der Heizflächen und dem persönlichen Wärmeempfinden ab. Sinnvoll ist deshalb ein vorsichtiges Herantasten während der Heizperiode.
Vor einer Änderung sollten die bisherigen Werte notiert oder fotografiert werden. Anschließend wird nur ein Parameter leicht verändert, zum Beispiel das Niveau etwas abgesenkt. Danach braucht das Gebäude Zeit: Mindestens einen Tag, bei trägen Fußbodenheizungen auch länger, sollte beobachtet werden, ob alle genutzten Räume noch angenehm warm werden. Während des Tests sollten die Thermostatventile in den maßgeblichen Räumen weit geöffnet sein – sonst drosseln sie den Durchfluss und verdecken, ob die zentrale Regelung bereits passend arbeitet.
Bleiben die Räume angenehm warm, obwohl die Heizungswassertemperatur sinkt, war die Anlage zuvor wahrscheinlich höher eingestellt als nötig. Wird es zu kühl, geht man zum letzten funktionierenden Wert zurück. Verändert werden sollten nur die zugänglichen Einstellungen der Regelung. Arbeiten am Brenner, an elektrischen Bauteilen oder an sicherheitsrelevanten Komponenten gehören immer in die Hände eines Fachbetriebs.
Auch gluckernde Heizkörper oder ungleichmäßig warme Räume weisen auf Optimierungsbedarf hin. Ein hydraulischer Abgleich sorgt dafür, dass jeder Heizkörper die benötigte Wassermenge erhält. Diese und andere Arbeiten an der Anlage sollten von Fachleuten durchgeführt werden.
Ein Praxistest für die Wärmepumpe
Eine niedrige Vorlauftemperatur spart nicht nur bei der vorhandenen Heizung Energie. Sie ist auch ein wichtiger Hinweis darauf, ob das Haus für eine Wärmepumpe geeignet sein könnte. Kann die Vorlauftemperatur ohne Komfortverlust auf 55 Grad Celsius oder weniger abgesenkt werden, spricht dies nach Einschätzung der KEAN dafür, dass Heizkörper und Leitungen grundsätzlich für den effizienten Betrieb einer Wärmepumpe geeignet sein könnten.
Dieser Wert ersetzt jedoch keine Fachplanung. Heizlast, Warmwasserbereitung, einzelne zu kleine Heizkörper und der Zustand des Gebäudes müssen zusätzlich geprüft werden. Häufig ist keine Komplettsanierung nötig – schon der Austausch einzelner Heizkörper oder kleinere Verbesserungen an der Gebäudehülle können die notwendige Vorlauftemperatur weiter senken.
Was die Beratung bietet
Bei der Beratung werden der bisherige Energieverbrauch und die Einstellungen der Heizungsanlage gemeinsam überprüft. Die Beraterin oder der Berater erklärt, welche Anpassungen sinnvoll sind und wie sie bei Bedarf wieder rückgängig gemacht werden können. Nach Angaben der KEAN lassen sich allein durch eine passende Einstellung der Heizkurve etwa sechs bis zwölf Prozent Heizenergie einsparen.
Das Angebot richtet sich an Eigentümerinnen und Eigentümer von selbst genutzten Ein- und Zweifamilienhäusern sowie Eigentumswohnungen mit eigener Heizung in Niedersachsen. Es wird vom Niedersächsischen Umweltministerium finanziert, von der KEAN organisiert und läuft voraussichtlich bis April 2028.
So erhalten Sie die kostenfreie Beratung
Die Terminvereinbarung erfolgt über die Beratersuche der KEAN. Interessierte wählen auf der Internetseite in der Niedersachsenkarte den Landkreis Schaumburg aus. Dort werden die für dieses Angebot zugelassenen Energieberaterinnen und Energieberater mit ihren Kontaktdaten angezeigt. Mit einer dieser Personen kann direkt ein Beratungstermin vereinbart werden.
Bitte beachten Sie: Die Terminvereinbarung erfolgt nicht über die Energieagentur Schaumburg. Wir weisen als Regionalagentur gerne auf dieses Angebot hin, die Buchung läuft jedoch direkt über die KEAN.
Eine gut eingestellte Heizung kann unmittelbar Energie und Kosten sparen. Gleichzeitig zeigt die Optimierung, wie gut das Gebäude bereits auf eine klimafreundliche Wärmeversorgung vorbereitet ist.
Informationen auf einen Blick
- Angebot: Ich optimiere meine Heizung selbst
- Dauer: etwa eine Stunde vor Ort
- Kosten: kostenfrei
- Zielgruppe: Eigentümerinnen und Eigentümer von selbst genutzten Ein- und Zweifamilienhäusern sowie Eigentumswohnungen mit eigener Heizung in Niedersachsen
- Vorbereitung: Genaue Typenbezeichnung von Heizgerät und Regelung notieren und die Verbrauchsabrechnungen der vergangenen drei Jahre bereithalten
- Terminvereinbarung: Auf www.klimaschutz-niedersachsen.de/optimiere-selbst den Landkreis Schaumburg auswählen und direkt Kontakt mit einer dort aufgeführten Energieberaterin oder einem Energieberater aufnehmen.
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